Schallschutz im Altbau verbessern: Türdichtungen und Wandanschlüsse
Altbauten haben oft einen unschätzbaren Charme, aber auch einen entscheidenden Nachteil: hellhörige Wände und Türen, die jedes Wort aus dem Nachbarzimmer durchlassen. Wer den Schallschutz verbessern will, muss nicht gleich die komplette Bausubstanz sanieren. Häufig reichen gezielte Maßnahmen an den Schwachstellen aus, um den Lärmpegel spürbar zu senken. Besonders zwei Bereiche verdienen Aufmerksamkeit: die Türdichtungen und die Anschlüsse zwischen Wand und Türzarge.
Türdichtungen sind die erste Verteidigungslinie gegen Schall. Eine alte, poröse Dichtung lässt Geräusche ungehindert durch den Spalt zwischen Türblatt und Zarge. Moderne Dichtungen aus Gummi oder Silikon mit mehrkammerigem Profil schließen diesen Spalt luftdicht ab und reduzieren den Schall um mehrere Dezibel. Wer sich fragt, wie man Innentüren erneuern mit Schallschutz richtig plant, findet dort detaillierte Hinweise zu Maßen, Zargen und Kosten. Wichtig ist, dass die Dichtung nicht nur an der Schließkante sitzt, sondern auch an der Bodenfuge – hier geht besonders viel Schall verloren.
Wandanschlüsse sind der zweite kritische Punkt. Oft wurde die Zarge vor Jahrzehnten mit Bauschaum oder Mörtel eingesetzt, ohne auf Schallbrücken zu achten. Schall wandert über die Zarge direkt in die Wand und wird dort weitergeleitet. Eine Entkopplung der Zarge vom Mauerwerk durch elastische Dämmstreifen oder spezielle Schallschutzprofile kann den Lärm deutlich mindern. Ebenso hilfreich ist das nachträgliche Abdichten des Spalts zwischen Zarge und Wand mit dauerelastischem Acryl oder speziellen Dichtbändern. Diese Maßnahmen sind relativ kostengünstig und lassen sich auch in Mietwohnungen umsetzen, solange die Substanz nicht beschädigt wird.
Wer beides kombiniert – neue Dichtungen und entkoppelte Wandanschlüsse – erreicht oft eine Verbesserung um 10 bis 15 Dezibel. Das entspricht einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke. Bei sehr hellhörigen Altbauten kann zusätzlich der Einbau einer zweiten Tür oder einer Schallschutztür sinnvoll sein. Vor jeder Sanierung lohnt sich eine genaue Analyse der Schwachstellen, denn nicht jede Maßnahme bringt an jeder Stelle gleich viel. Mit etwas Planung lässt sich der Schallschutz im Altbau jedoch ohne große Eingriffe deutlich verbessern.