Alte Türen ausbauen und neue einpassen: Kaufberatung
Der Austausch einer Innentür wirkt zunächst wie eine überschaubare Aufgabe. Sobald die alte Tür jedoch aus der Zarge gehoben ist, zeigen sich die eigentlichen Herausforderungen: ungenaue Maueröffnungen, schief sitzende Rahmen und unterschiedliche Wandstärken. Wer neue Türen kauft, ohne vorher zu messen, riskiert, dass das teuerste Element der Renovierung nicht passt. Deshalb steht am Anfang jeder Planung das exakte Aufmaß. Gemessen wird nicht die alte Tür, sondern die lichte Öffnung zwischen den fertigen Wandflächen – an drei Stellen in der Höhe und in der Breite. Nur der kleinste Wert zählt, denn eine Tür lässt sich nicht strecken, aber kürzen.
Neben den Maßen entscheidet die Zarge über den späteren Sitz. Stahlzargen werden einbetoniert oder eingeschäumt und eignen sich für massive Wände, während Umfassungszargen auf den fertigen Putz gesetzt werden. Bei Altbauten mit unebenen Laibungen ist eine verstellbare Zarge oft die einzige Möglichkeit, eine lotrechte Tür zu erhalten. Ein weiterer Punkt, der vor dem Kauf geklärt werden muss, ist der Schallschutz. Eine leichte Hohlraumtür dämpft Geräusche kaum, eine Vollspan- oder Massivholztür mit dichter Bodendichtung deutlich besser. Wer sich vorab über Innentüren erneuern mit Maßen und Schallschutz informiert, kann Fehlkäufe vermeiden und die Kosten realistisch einschätzen.
Die Einbausituation bestimmt auch das Türblatt selbst. Wohnungstüren nach DIN links oder rechts öffnen in den Raum hinein, während Bad- und Kinderzimmertüren oft nach außen aufschlagen. Wer die Anschlagseite falsch bestellt, darf das Blatt später nicht einfach drehen – die Bänder sitzen fest im Rahmen. Ebenso wichtig ist die Oberfläche: Lackierte Türen lassen sich leichter reinigen, furnierte Modelle wirken wärmer, sind aber empfindlicher gegen Kratzer. Bei Feuchträumen sollte die Kante versiegelt sein, sonst quillt das Material auf.
Vor dem Ausbau lohnt es sich, den Boden zu schützen und die alte Zarge vollständig zu entfernen. Reste von Bauschaum oder Mörtel werden abgeschlagen, die Laibung ausgebessert und grundiert. Neue Zargen werden mit Keilen ausgerichtet, lotrecht und waagerecht geprüft, dann mit Montageschaum fixiert. Erst nach dem Aushärten wird das Türblatt eingehängt und die Bänder justiert. Wer diese Reihenfolge einhält, spart sich Nacharbeit und hat am Ende eine Tür, die schließt, dichtet und zum Raum passt.